Häufige Fragen und Antworten


Was ist ADHS?

Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung mit den Leitsymptomen Unaufmerksamkeit, starke Unruhe (Hyperaktivität) und Impulsivität; von ADHS spricht man dann, wenn die Verhaltensstörungen über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten bestehen und in verschiedenen Lebensbereichen wie Familie, Schule oder Freizeit gleichzeitig auftreten.
(Siehe auch Informationen zu ADHS - Was ist ADHS?)

Wer behandelt ADHS?

Die Diagnose und Behandlung von ADHS wird in der Regel von einem Kinder- und Jugendpsychiater oder von einem in der ADHS-Behandlung erfahrenen Kinder- und Jugendarzt vorgenommen.
(Siehe auch: Informationen zu ADHS - Wie wird ADHS behandelt?)

Wie wird ADHS behandelt?

Die wichtigsten Säulen einer ADHS-Behandlung sind Psychotherapie (insbesondere Verhaltenstherapie), eine medikamentöse Behandlung sowie pädagogische Maßnahmen.
(Siehe auch: Informationen zu ADHS - Wie kann ADHS behandelt werden?)

Ist ADHS das Ergebnis falscher Erziehung?

ADHS entsteht nicht durch falsche Erziehung. Die Ursache ist eine neurobiologische Funktionsstörung in bestimmten Gehirnbereichen, bei der genetische Faktoren eine große Rolle spielen.1
(Siehe auch: Wie entsteht ADHS?)

Kann ADHS geheilt werden?

ADHS ist eine chronische Erkrankung. Bei einem Drittel der Betroffenen bilden sich die Symptome mit zunehmenden Alter zurück. Etwa 30-60 Prozent der betroffenen Kinder zeigen allerdings auch im Erwachsenenalter noch Verhaltensauffälligkeiten.2
(Siehe auch: Welche Folgen kann unbehandelte ADHS haben? Ist ADHS heilbar?)

Muss jedes an ADHS erkrankte Kind mit einem ADHS-Medikament behandelt werden?

Ob ein Kind mit ADHS eine medikamentöse Therapie braucht, hängt davon ab, wie ausgeprägt die Verhaltensauffälligkeiten auftreten und wie stark das Leben des Kindes und seiner Familie beeinträchtigt ist. Bei manchen Kindern ist der Einsatz von verhaltenstherapeutischen Maßnahmen allein ausreichend. In vielen Fällen muss jedoch zusätzlich der Einsatz eines Medikamentes in Erwägung gezogen werden. Psychotherapeutische Maßnahmen, die die aktive Mitarbeit des Kindes erfordern, sind häufig ohne begleitende medikamentöse Therapie nicht durchführbar. Der behandelnde Arzt entscheidet über die individuell durchzuführende Therapie.

 (Siehe auch: Wie kann ADHS behandelt werden? / Medikamentöse Therapie)

Müssen die Medikamente ein Leben lang genommen werden?

Es sollte ständig beobachtet werden, wie sich das Verhalten des Kindes unter dem Medikamenteneinfluss verändert und immer wieder kritisch hinterfragt werden, ob die Medikamente noch notwendig sind. In vielen Fällen kommen die Kinder nach einiger Zeit auch ohne Medikamente aus. Häufig jedoch müssen die Medikamente über mehrere Jahre genommen werden.
(Siehe auch: Wie kann ADHS behandelt werden? / Medikamentöse Therapie)

Was ist bei der Mitnahme von Medikamenten ins Ausland zu beachten?

Für Reisen im Schengener Raum gibt es ein amtliches Formular, das Ihr Arzt ausfüllen muss. Sprechen Sie Ihren Arzt rechtzeitig vor Ihrer Reise darauf an. Bei Reisen außerhalb des Schengener Raumes ist es empfehlenswert vor Reiseantritt bei der Botschaft des Ziellandes eventuelle besondere Regelungen zu erfragen. Damit kann man bei Reisen ins Ausland möglichen Problemen vorbeugen.
(Siehe auch: Wie kann ADHS behandelt werden? / Medikamentöse Therapie)

Dürfen Medikamente während Wettkämpfen genommen werden?

Für ADHS-Betroffene, die mit Medikamenten behandelt werden, bedeutet dies keinen grundsätzlichen Verzicht auf den Leistungssport: Sie können bei der NADA eine "Medizinische Ausnahmegenehmigung" nach dem Standard-Verfahren beantragen, um an Wettkämpfen teilnehmen zu. Bei internationalen Wettkämpfen sollte zusätzlich beim jeweiligen Fachverband nachgefragt werden, da einige Verbände die Einnahme von Stimulanzien grundsätzlich nicht erlauben.

(Siehe auch: Wie kann ADHS behandelt werden? / Medikamentöse Therapie)


1) Thapar A, Holmes J, Poulton K et al: Genetic basis of attention deficit and hyperactivity. Br J Psychiatry 174:105-111, 1999
2) S.Wilens et al: Pediatrics. 2003 Jan;111(1):179-85. Does stimulant therapy of attention-deficit/hyperactivity disorder beget later substance abuse? A meta-analytic review of the literature. Wilens TE1, Faraone SV, Biederman J, Gunawardene