Wie kann ADHS behandelt werden?

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Ist die Aufmerksamkeitsdefizit-HyperaktivitÀtsstörung diagnostiziert, stellt sich die Frage nach der Behandlung. Da die neurobiologischen Ursachen nicht beseitigt werden können, gilt es, die Symptome zu behandeln. Wichtigstes Ziel ist dabei, die unaufmerksamen, hyperaktiven und impulsiven VerhaltensauffÀlligkeiten des Kindes zu normalisieren.
In den vergangenen Jahren haben sich die Möglichkeiten, eine ADHS angemessen zu behandeln, deutlich verbessert. Internationale Studien und Richtlinien empfehlen eine Kombination verschiedener Behandlungsbausteine im Rahmen einer so genannten multimodalen Therapie.
Die drei wichtigsten SĂ€ulen der ADHS-Behandlung sind:

Wie die Behandlung im einzelnen Fall aufgebaut wird, richtet sich vor allem danach, wie stark die Symptome ausgeprÀgt sind. Auch der Leidensdruck des Kindes oder Jugendlichen mit ADHS und seiner Familie spielt hier eine mitbestimmende Rolle.

Was bedeutet multimodale Therapie?

Die "Deutsche Gesellschaft fĂŒr Kinder- und Jugendpsychiatrie" empfiehlt in ihren Leitlinien zur Behandlung der ADHS eine multimodale Therapie, die aus folgenden Elementen bestehen kann:1

  • AufklĂ€rung und Beratung von Patienten, Eltern und Lehrern
  • Elterntraining und Interventionen in der Familie einschließlich Familientherapie
  • Intervention im Kindergarten/in der Schule
  • Kognitive Therapie des Kindes/Jugendlichen
  • Medikamentöse Therapie

Welche der möglichen Behandlungsbausteine eingesetzt und kombiniert werden, richtet sich nach dem Alter des Kindes, seiner Lebenssituation und dem Schweregrad seiner VerhaltensauffĂ€lligkeiten. Bei leichterer AusprĂ€gung können verhaltenstherapeutische und pĂ€dagogische Maßnahmen zunĂ€chst ausreichen. Sind die Symptome stĂ€rker ausgeprĂ€gt oder bleibt der Erfolg verhaltenstherapeutischer und anderer Maßnahmen aus, dann mĂŒssen unter UmstĂ€nden frĂŒhzeitig Medikamente eingesetzt werden.
Da die vielfĂ€ltigen Symptome in ganz verschiedenen Lebensbereichen auftreten, wird eine möglichst ausgewogene Kombination einzelner Behandlungsmaßnahmen empfohlen. Wichtig ist aus Sicht des Kindes und seines Lebensumfelds sowie fĂŒr seine Entwicklung, dass es optimal therapeutisch betreut ist.

Ab wann sollte mit einer Behandlung begonnen werden?

FĂŒr den genauen Zeitpunkt, wann eine Behandlung einsetzen sollte, gibt es keine allgemeinen Angaben. Das richtet sich nach der individuellen SymptomausprĂ€gung und danach, welche BeeintrĂ€chtigungen die Betroffenen erleiden. VerhaltensauffĂ€lligkeiten sollten in jedem Fall frĂŒhzeitig behandelt werden, um Fehlentwicklungen fĂŒr das Kind und daraus resultierende Folgen möglichst zu vermeiden. Die Entscheidung darĂŒber, welche Therapie fĂŒr welches Kind zu welchem Zeitpunkt angemessen ist, kann aber nur der behandelnde Arzt treffen.


1) Deutsche Gesellschaft fĂŒr Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie u.a. (Hrsg.): S2k-Leitlinie 028/041 – Psychische Störungen im SĂ€uglings-, Kleinkind- und Vorschulter. Aktueller Stand: 10/2013