ADHS - Fragen und Antworten
Was ist ADHS?
 Die Abkürzung ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Dabei handelt es sich um eine der häufigsten psychiatrischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Charakteristisch für ADHS sind die drei Hauptsymptome Hyperaktivität (übersteigerter Bewegungsdrang), Unaufmerksamkeit (gestörte Konzentrationsfähigkeit) und Impulsivität (unüberlegtes Handeln).
 (Siehe auch
Was ist ADHS?)
Wer behandelt ADHS?
 Die Diagnose und Behandlung von ADHS wird in der Regel von einem Kinder- und Jugendpsychiater oder von einem in der ADHS-Behandlung erfahrenen Kinder- und Jugendarzt vorgenommen.
 (Siehe auch: Wie wird ADHS behandelt?)
Wie wird ADHS behandelt?
 Die wichtigsten Säulen einer ADHS-Behandlung sind Psychotherapie (insbesondere Verhaltenstherapie), eine medikamentöse Behandlung sowie pädagogische Maßnahmen.
 (Siehe auch: Wie kann ADHS behandelt werden?)
Ist ADHS das Ergebnis falscher Erziehung?
 ADHS entsteht nicht durch falsche Erziehung. Die Ursache ist eine neurobiologische Funktionsstörung in bestimmten Gehirnbereichen, bei der genetische Faktoren eine große Rolle spielen.(1)
 (Siehe auch:
Wie entsteht ADHS?)
Kann ADHS geheilt werden?
 ADHS ist eine chronische Erkrankung. Bei einem Drittel der Betroffenen bilden sich die Symptome mit zunehmenden Alter zurück. Etwa 30-60 Prozent der betroffenen Kinder zeigen allerdings auch im Erwachsenenalter noch Verhaltensauffälligkeiten.(2)
 (Siehe auch: Welche Folgen kann unbehandelte ADHS haben? Ist ADHS heilbar?)
Macht das OROS®-Medikament abhängig?
 Es gibt bisher keinen wissenschaftlichen Beleg für einen Zusammenhang zwischen einer ADHS-Therapie mit dem OROS®-Medikament und einem erhöhten Suchtrisiko. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein frühzeitiger Behandlungsbeginn bei ADHS das Risiko von Drogen- und Alkohol-Missbrauch der Patienten sogar verringert.
 (Siehe auch: Welche Folgen kann unbehandelte ADHS haben?)
Erhöht eine Therapie mit dem OROS®-Medikament das Risiko, an Parkinson zu erkranken?
 Der Wirkstoff des OROS®-Medikaments wird seit über fünfzig Jahren in der Therapie von ADHS eingesetzt. Ein Zusammenhang zwischen einer Behandlung mit diesem Medikament und einer Parkinsonerkrankung konnte bisher nicht nachgewiesen werden.
Muss jedes an ADHS erkrankte Kind mit einem ADHS-Medikament behandelt werden?
 Ob ein Kind mit ADHS eine medikamentöse Therapie braucht, hängt davon ab, wie ausgeprägt die Verhaltensauffälligkeiten auftreten und wie stark das Leben des Kindes und seiner Familie beeinträchtigt ist. Bei manchen Kindern ist der Einsatz von verhaltenstherapeutischen Maßnahmen allein ausreichend. In vielen Fällen muss jedoch zusätzlich der Einsatz eines Medikamentes in Erwägung gezogen werden. Psychotherapeutische Maßnahmen, die die aktive Mitarbeit des Kindes erfordern, sind häufig ohne begleitende medikamentöse Therapie nicht durchführbar.
 (Siehe auch: Wie kann ADHS behandelt werden? / Medikamentöse Therapie)
Stellt das OROS®-Medikament Kinder mit ADHS ruhig?
 Das OROS®-Medikament ist kein Beruhigungsmittel. Bei ADHS-Patienten reguliert der Wirkstoff die Reizverarbeitung im Gehirn und wirkt positiv auf die typischen Verhaltensauffälligkeiten Hyperaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit. Dies hilft den betroffenen Kindern und Jugendlichen, sich alters- und situationsgerecht zu verhalten.
 (Siehe auch: Wie kann ADHS behandelt werden? / Medikamentöse Therapie)
Müssen die Medikamente ein Leben lang genommen werden?
 Die Therapie mit dem OROS®-Medikament erfolgt unter kontinuierlicher Aufsicht des Arztes und der Eltern. Es sollte ständig beobachtet werden, wie sich das Verhalten des Kindes unter dem Medikamenteneinfluss verändert und immer wieder kritisch hinterfragt werden, ob die Medikamente noch notwendig sind. In vielen Fällen kommen die Kinder nach einiger Zeit auch ohne Medikamente aus. Häufig jedoch müssen die Medikamente über mehrere Jahre genommen werden.
 (Siehe auch: Wie kann ADHS behandelt werden? / Medikamentöse Therapie)
Sind Unterbrechungen bei der Medikamenteneinnahme sinnvoll?
 Die medikamentöse Therapie wird heute im Rahmen eines Gesamtkonzeptes mit Verhaltenstherapie und anderen Maßnahmen eingesetzt. Sie ist als langfristige Therapie angelegt. Früher empfohlene Behandlungspausen an Wochenenden oder in den Ferien werden heute von vielen Experten nicht mehr befürwortet, um einen kontinuierlichen Behandlungserfolg nicht zu gefährden.
 (Siehe auch: Wie kann ADHS behandelt werden? / Medikamentöse Therapie)
Werden ADHS-Kinder durch das OROS®-Medikament schlauer?
 Nein, das OROS®-Medikament ermöglicht Kindern und Jugendlichen mit ADHS lediglich eine bessere Konzentration indem es die Reizverarbeitung im Gehirn reguliert. Dadurch können ADHS-Betroffene ihre Fähigkeiten besser nutzen.
 (Siehe auch: Wie kann ADHS behandelt werden? / Medikamentöse Therapie)
Was ist bei der Mitnahme von Medikamenten ins Ausland zu beachten?
 Das OROS®-Medikament unterliegt einem besonderen Schutz durch das Betäubungsmittelgesetz. Bei grenzüberschreitenden Reisen darf der persönliche Bedarf für 30 Tage mitgenommen werden. Für Reisen im Schengener Raum gibt es ein amtliches Formular, das Ihr Arzt ausfüllen muss. Sprechen Sie Ihren Arzt rechtzeitig vor Ihrer Reise darauf an. Bei Reisen außerhalb des Schengener Raumes ist es empfehlenswert vor Reiseantritt bei der Botschaft des Ziellandes eventuelle besondere Regelungen zu erfragen. Damit kann man bei Reisen ins Ausland möglichen Problemen vorbeugen.
 (Siehe auch: Wie kann ADHS behandelt werden? / Medikamentöse Therapie)
Darf das OROS®-Medikament während Wettkämpfen genommen werden?
 Stimulanzien wie das OROS®-Medikament stehen in der Dopingliste der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA). Für ADHS-Betroffene, die mit diesem Medikament behandelt werden, bedeutet dies jedoch keinen grundsätzlichen Verzicht auf den Leistungssport: Sie können bei der NADA eine "Medizinische Ausnahmegenehmigung" nach dem Standard-Verfahren beantragen, um an Wettkämpfen teilnehmen zu dürfen (den Antrag können Sie hier downloaden). Bei Internationalen Wettkämpfen sollte zusätzlich beim jeweiligen Fachverband nachgefragt werden, da einige Verbände die Einnahme von Stimulanzien grundsätzlich nicht erlauben.
 (Siehe auch: Wie kann ADHS behandelt werden? / Medikamentöse Therapie)
1) Thapar A, Holmes J, Poulton k et al: Br J Psychiatry 174: 105-11, 1999
 2) Wilens et al: Pediatrics 111, 179-185, 2003

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